Aktuelles aus dem Haus der FrauenGeschichte

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Achtung Neuerscheinungen

Ausstellungen

Nächste Ausstellungstermine 2007:

1. bis 4. Juli CVJD Bonn (EU-Tagung, Haus der FrauenGeschichte)

29. August bis 15. Oktober verdi Hessen DGB-Haus Frankfurt

17. Oktober bis 9. November Friedrich Ebert Stiftung Bonn

ab 11. November Rathaus Herzogenrath

Weitere Termine und Infos im Internet: www.justitia-ausstellung.de

Ein Kurzinfo zur Ausstellung finden Sie hier

Die POLITEIA-Fahnen-Ausstellungen I und II

Wanderausstellungen zum Ausleihen!  Eindrücke von den Ausstellungen auf Wanderschaft finden Sie hier

Die POLITEIA -Fahnen-Ausstellungen I und II

Reden zur Eröffnung der Fahnenausstellung II Frauen, die Geschichte mach(t)en“ am 7. Mai 2003 im Deutschen Dom zu Berlin:

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse

Professorin (em.) Dr. Annette Kuhn

Einführung: Marianne Hochgeschurz

 

Die große POLITEIA-Ausstellung zur deutschen Nachkriegsgeschichte aus Ost-West-Frauensicht

  Die außergewöhnliche, von Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen aus Ost und West gemeinsam gestaltete Ausstellung POLITEIA mit  „Szenarien aus der deutschen Geschichte nach 1945 aus Ost-West-Frauensicht“ wurde vom 1. September 2002 bis zum 8. März 2003 in Leipzig gezeigt. Vorherige Stationen der Ausstellung waren Bonn, Berlin, München, Hamburg und Offenbach. Der nächste Ausstellungsort steht derzeit noch nicht fest.

Der Titel der Ausstellung „POLITEIA“ nimmt Bezug auf den antiken Politikbegriff, der den Ausschluss von Frauen aus den politischen Zusammenhängen beinhaltet, und gibt ihm durch die weibliche Sicht auf Politik einen neuen, zukunftsweisenden Sinn. 

Die Ausstellung gliedert sich thematisch in fünf historische Räume, die unter folgenden Schlagzeilen stehen:

Erarbeitet wurde POLITEIA am Lehrstuhl für Frauengeschichte der Universität Bonn in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen aus West und Ost. Erstmalig realisiert wurde die "große“ POLITEIA-Ausstellung im FrauenMuseum in Bonn. Projektleiterin ist die Bonner Historikerin Marianne Hochgeschurz.   POLITEIA-Schirmfrauen sind die Schriftstellerin Christa Wolf, und die Politikerinnen Rita Süssmuth, Heide Simonis und Christine Bergmann.

Integriert in diese große POLITEIA-Ausstellung sind die Arbeiten von bis zu 30 Künstlerinnen, dazu gehören Angela Hampel, Dresden; Gerda Lepke, Gera / Dresden; Marianne Pitzen, Bonn; Christine Merton (Emigrantin), Whitstable b. London; Angelia voj Stocki, Berlin; Naomi Salmon Jerusalem / Weimar und weiteren Künstlerinnen.

POLITEIA - Historischer Wochenkalender 2007

Auch für 2007 gibt es einen POLITEIA-Historischen Wochenkalender, in dem  (wieder und damit bereits zum 9. Mal)  52 weitere Frauen porträtiert werden, die die deutsche Nachkriegsgeschichte in Ost und West mitgeprägt und mitbestimmt haben. mehr unter www.politeia-wochenkalender.de

MATRI-ARCHE  - Weibliche Macht - Historischer Monatskalender 2007

2007 gibt es zum 2. Mal auch einen Monatskalender. Damit setzen wir unsere Kalenderreihe fort, die Sie durch die geplanten Räume des Hauses der FrauenGeschichte führt.

In Anlehnung an die Konzeption für den zweiten Raum des Hauses der FrauenGeschichte "Frauen in der Begegnung der Kulturen" werden im zweiten Monatskalender Weibliche Macht -MATRI-ARCHE wiederum in einer neuen Form "Frauen, die Geschichte mach(t)en" gewürdigt. 

Für jeden Monat gibt es zwei Kalenderblätter:
1. Die großformatige Abbildung einer Frauenfigur und
2. Ein Textblatt mit weiteren Abbildungen zur historischen Einordnung. 

Hier finden Sie das Werbeblatt für den Kalender 2007 ( PDF-Datei 2,6 MB) mit weiteren Ínformationen

Das Werbeblatt für den Kalender 2006 finden Sie hier

 

InteressentInnen für die Kalender, POLITEIA-Ausstellungen und -Schriften wenden sich bitte an:

POLITEIA-Projektleitung
Marianne Hochgeschurz
Fasanstrasse 4
53343 Wachtberg
Fax: 0228 – 9516466
E-Mail: redaktion@hdfg.de

Internet-Projekt + CD-Rom: POLITEIA. Deutsche Geschichte nach 1945 aus Frauensicht. 

Erarbeitet und herausgegeben vom Lehrgebiet Frauengeschichte der Universität Bonn, in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für Politische Bildung. Projektleitung: Prof. Dr. Annette Kuhn. Die CD-Rom kann (auch in Klassensätzen) bezogen werden über Marianne Hochgeschurz (mhochgeschurz@gmx.de). [mehr hier] und unter: www.politeia.uni-bonn.de

Publikationen

Publikationen von Mitarbeiterinnen des Hauses der FrauenGeschichte und des POLITEIA-Projekts

Die Liste der Publikationen im Rahmen des POLITEIA-Projekts, anderer Schriften und den Bestellschein  finden Sie hier.


Empfehlen möchten wir Ihnen auch die Autobiografie von Annette Kuhn:
Ich trage einen goldenen Stern. Ein Frauenleben in Deutschland.
Aufbau-Verlag, Berlin 2003.

 

Barbara Degen: Leuchtende Irrsterne - Das Branitzer Totenbuch, "Euthanasie" in einer katholischen Anstalt

Nach jahrelangem Suchen und Forschen hat die Autorin das Schicksal ihres Großvaters klären können, der 1941 aus der katholischen Heil- und Pflegeanstalt Branitz/Oberschlesien deportiert und wenige Tage später in Waldheim/Sachsen ermordet wurde.Sie entdeckte, dass ihr Großvater aus einer polnisch-jüdischen Familie stammte; eine Tatsache, die in ihrer Familie mit noch größeren Schweigetabus belegt war als die Geisteskrankheit des Großvaters und seine Ermordung.

Bei ihren Forschungen stellte sie auch fest, dass Branitz ab 1941 Reservelazarett wurde, in dem zeitweise über 5000 Soldaten untergebracht waren. Sie stieß auf die Tötung nicht nur geisteskranker, sondern auch lungenkranker Soldaten des 2. Weltkrieges und auf Medizinexperimente sowie Tötungen in der Anstalt selbst.

Die Stimme der Betroffenen, die aus den Patientenakten hörbar wird, nimmt breiten Raum ein und vermittelt ein bewegendes und widersprüchliches Bild vom Leben in einer psychiatrischen Anstalt. Damit will das Buch auch einen Beitrag zur Differenzierung und Vertiefung der Sicht auf die NS-Problematik der "Zwangssterilisation" und "Euthanasie" leisten. Dort wo Tiefendimensionen der angeschnittenen Probleme mit den herkömmlichen wissenschaftlichen Methoden nicht mehr zu erfassen sind, hat die Autorin Gedichte geschrieben, die eine unmittelbar sprachlich-sinnlichere Ebene eröffnen.

Verlag für Akademische Schriften 2005 mit Bildern von Adelheid Rost. Herausgeber: Claudy-Stiftung und Klio e.V.

mehr zur Autorin auf diesen Seiten unter Verein Barbara Degen

EUROPEAN CONFERENCE 2007: Women´s Perspectives on the Roots of European History - The Progamme

Machbarkeitsstudie und Symposium 2004

Anfang Oktober 2004 fand mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Bonn das Symposium "Wünsch- und Machbarkeit eines Hauses der FrauenGeschichte" statt. Auf diesem Symposium wurden die Ergebnisse der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Machbarkeitsstudie sowie konzeptionelle und strategische Folgerungen aus dieser Untersuchung für ein Haus der FrauenGeschichte vorgestellt. Eine Veröffentlichung zu den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie und des Symposiums ist derzeit in Vorbereitung. Sie wird voraussichtlich im Spätsommer 2005 erscheinen.

Einen ersten Überblick über den Verlauf des Symposiums gibt Ihnen der Bericht Versinnlichung des "anderen Blicks", erschienen in: FORUM WISSENSCHAFT, "Feministische Interventionen", Heft 4, Dezember 2004.

 

Ein Dach überm Kopf – für die Frauengeschichte.
Von Marianne Hochgeschurz

"Das Wissen um die historischen Erfahrungen von Frauen, um ihr Denken und Handeln, ist unerlässlich für die Gestaltung einer geschlechterdemokratischen Zukunft," schreibt Annette Kuhn. Sie ist die Vorsitzende des Vereins, der sich die Realisierung eines "Hauses der FrauenGeschichte" zum Ziel gesetzt hat. Gründungsmitglieder sind Frauen aus Wissenschaft, Politik und Schule.

Seit den 70er Jahren hat die historische Frauenforschung einen reichen Fundus an „anderem“ historischen Wissen zutage gefördert. Bis heute fehlen aber die öffentlichen Räume, in denen dieses historische Frauen-Wissen als eine andere Perspektive auf Geschichte und Zukunft sichtbar gemacht und verbreitet werden kann. Die Dominanz des männlichen Blicks in der Geschichtsvermittlung in Medien und Museen lässt das frauengeschichtliche Wissen als partiell und marginal erscheinen. So ist es kein Wunder, dass selbst feministisch engagierten Frauen immer wieder der „rote Faden“ zur „eigenen Geschichte“ verloren geht.

In einem „Haus der FrauenGeschichte“ sollen die abgebrochenen Pfade, die das historische Frauenleben mit dem Leben der Frauen in der Gegenwart verbinden, wieder aufgenommen, das Wirken von Frauen in der Geschichte soll  sichtbar gemacht und gewürdigt werden. Durch die frauengeschichtliche Sicht wird der traditionell männliche Blick relativiert und die ganze Geschichte bekommt ein anderes, ein umfassendes Gesicht. Anders als in dem in Bonn bereits bestehenden „Haus der (Männer-)Geschichte“ soll im zukünftigen „Haus der FrauenGeschichte“ die gesamte Menschheitsgeschichte von den Anfängen bis in unsere Tage – aus Frauensicht – betrachtet werden können. Denn Frauen haben von Anbeginn an die Menschheitsgeschichte gestaltet und geprägt. Die traditionelle Geschichtsdarstellung, die auch die Konzepte der meisten historischen Museen bestimmt, verdeckt diese Tatsache.

Das Projekt „Haus der FrauenGeschichte“ ist eng mit der wissenschaftlichen Arbeit von Annette Kuhn verbunden ist. Sie gehört zu den bedeutendsten Pionierinnen der historischen Frauenforschung. Die Bonner Professorin, die 1986 den ersten Lehrstuhl für Frauengeschichte an einer deutschen Universität besetzte, hat entscheidend dazu beigetragen, dass eine „andere Sicht“ auf die Geschichte möglich und auch in die Richtlinien für den historisch-politischen Unterricht aufgenommen wurde. Äußerst erfolgreiche Ausstellungen zur Geschichte aus Frauensicht wurden an ihrem Lehrstuhl erarbeitet und oft in Zusammenarbeit mit dem FrauenMuseum in Bonn erstmalig realisiert.

Nun soll neben dem FrauenMuseum ein eigenständisches „Haus der FrauenGeschichte“ entstehen.  Denn nicht Beschränkung, sondern Erweiterung der öffentlichen Frauen-Räume ist der richtige Weg zur „Errichtung einer Stadt der Frauen“. In den kommenden Monaten werden die Grundsteine gelegt, aus denen ein solides Fundament für das „Haus der FrauenGeschichte“ gebildet werden kann. Als einer dieser Grundsteine wird die Unterstützung einer breiten Frauenöffentlichkeit angesehen.

"Ihre Arbeit hilft die Leistung, die Kraft und die Ideen, die Frauen in unsere Geschichte einbrachten, zu erkennen. Die Erinnerung daran, wie mutig und stark Frauen waren, bewahrt sie vor dem Vergessen und gibt uns die Kraft, auf ihren Wegen weiter zu gehen, weiter zu kämpfen und weiter zu lieben," schrieb unlängst eine Besucherin ins Gästebuch der POLITEIA-"Fahnen"-Ausstellung.

Nach der Wegrationalisierung des Lehrstuhls für Frauengeschichte an der Universität soll diese Arbeit nun in dem geplanten "Haus der FrauenGeschichte" ein neues und dauerhaftes "Dach überm Kopf" finden. Für die Kultur- und Wissenschaftsstadt Bonn wird dieses "Haus der FrauenGeschichte" ganz bestimmt eine weitere Bereicherung sein.